Google Analytics 4 vs. Universal Analytics – der große Wechsel

Ist GA4 ein klarer Sieger oder noch in Arbeit? e-CENS vergleicht, was GA4 und Universal Analytics jeweils an Funktionen anbieten.

Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, welche Funktionen in Google Analytics 4 und Universal Analytics zur Verfügung stehen.

GA4 gibt es schon lange genug, dass Nutzer sich ihre Meinung darüber bilden konnten – und das, obwohl es noch nicht einmal vollständig gelauncht ist! GA4 ist ein Google Analytics-Toolset, das die Nutzung von Websites und Apps trackt. Es ist die jüngere Version von Google Analytics, bekannt unter dem Namen Universal Analytics (aka GA3). Da es sich hier um die vierte Version von Google Analytics handelt, wird sie als GA „4“ bezeichnet. Lassen Sie sich jedoch nicht zu der Annahme verleiten, dass GA 4 über alle Funktionen, die Universal Analytics hat, verfügt oder eventuell noch mehr bietet.

In diesem Artikel vergleichen wir Google Analytics 4 mit Universal Analytics. Wenn Sie fragen: „Sollten wir GA4 einführen?“ lautet die Antwort: „Es bleibt Ihnen keine andere Wahl!Da GA4 einen neuen Ansatz anwendet, liefert es eventuell nicht die Daten, die Ihrem Marketingteam vertraut sind oder die es benötigt.

Was GA4 bietet, ist ein neues Paradigma für die Analyse der User Journey. Wenn Sie sich fragen, ob es möglich ist, die Nutzerdaten über Web- und App-Touchpoints hinweg zusammenzuführen, ist die Antwort „ja“ und GA4 ist hier wahrscheinlich die beste Lösung für Sie.

Google Analytics 4: Eine Revolution in der Nutzeranalyse

Durch das kostenlose Universal Analytics (mit Google Tag Manager) wurde Website-Tracking allgemein zugänglich gemacht. Mit dem sprunghaften Anstieg der Smartphone-Verkäufe und der wachsenden Zahl von Apps stieg jedoch die Notwendigkeit, die App-Nutzung zu messen und hat die Nachfrage nach einer differenzierteren Datenerfassung explodieren lassen.

Als Reaktion darauf trat im Jahr 2016 GA4 als Firebase Analytics auf den Plan, das vor allem die Analyse von Apps ermöglichte. Seit kurzem bietet die Beta-Version des GA4 eine Vereinheitlichung des Nutzerdaten-Streamings von Apps und Websites. Durch die Fähigkeit von GA4, Nutzerdaten zusammenzuführen (ob in der App oder vor Ort), wird die Fähigkeit, das Nutzerverhalten zu verfolgen und somit besser zu verstehen, deutlich gesteigert.

Es ist wichtig, den Wert von GA4 zu verstehen, da die meisten Ihrer Kollegen Probleme mit Veränderungen haben. In unserer heutigen Welt kann Software so kompliziert sein kann, dass Spezialisten benötigt werden, um ein Tool zu nutzen oder künstliche Intelligenz die Nutzer beim Erlernen der Verwendung von Spezialsoftware unterstützt. Einige werden sich verständlicherweise fragen, ob das schwierig wird, wie kostspielig das wird oder ob das vielleicht reine Zeitverschwendung ist.

Lassen Sie uns Universal Analytics und GA4 vergleichen, damit Sie solche Fragen selbst beantworten können.

Google Analytics 4 vs. Universal Analytics

Klarer Sieger oder noch in Arbeit? Schauen wir mal, was GA4 zu bieten hat.

Das Datenmodell – Hits vs. Events

Google Analytics 4 vs. Universal Analytics

GA4 zeichnet keine Hits, sondern Events auf. Das klingt jetzt vielleicht eher unspektakulär, es gibt jedoch einen Unterschied zu beachten: Universal Analytics unterscheidet zwischen insgesamt acht verschiedenen Hit-Typen:

  • Seitenaufruf
  • Bildschirmansicht
  • Event
  • Transaktion
  • Artikel
  • Social
  • Ausnahme
  • Timing

In GA4 werden diese Hit-Typen nicht mehr unterschieden; sie werden alle als Events erfasst. Da in GA4 alles ein Event ist, ist es wichtig, zwischen den Events von GA4 und denen von Universal Analytics zu unterscheiden.

Events in UA

Mit Universal Analytics ist es möglich, bis zu vier Parameter zusammen mit einem Hit zu senden: Event-Kategorie, Event-Aktion, Event-Bezeichnung und Event-Wert. Das ist manchmal einschränkend, wenn Sie mehr Daten mit dem Event-Hit übergeben wollen.

GA4 löst dieses Problem, indem bis zu 25 zusätzliche Parameter mit jedem Event gesendet werden können. Aber Vorsicht: Jeder einzelne Parameter, den Sie verwenden, muss entweder mit vordefinierten Parametern übereinstimmen oder Sie müssen sie als benutzerdefinierte Dimensionen oder benutzerdefinierte Metriken erstellen. Dies ist einer der Gründe, warum die Verwendung von GA4 eine gewisse Herausforderung darstellt und warum Universal Analytics ein Produkt für Vermarkter ist, während GA4 ein Produkt für Entwickler ist.

Sitzung: Clientseitig vs. Serverseitig

Google Analytics 4 vs. Universal Analytics

In Universal Analytics werden Sitzungen serverseitig berechnet. Dies ist ein sehr aufwendiger Prozess, bei dem die Berechnung über die Benutzerprotokolle erfolgt, was bedeutet, dass bis zum Ende des Tages keine genaue Sitzungszahl zur Verfügung steht GA4 ist hingegen eine clientseitige Sensibilisierung, die es zu einem wesentlich skalierbareren Produkt macht und mehr Funktionen bei höherem Volumen bietet, als dies mit Universal Analytics möglich ist.

Beenden von Sitzungen in GA 4

Tracking-Skript

Google Analytics 4 vs. Universal Analytics

Das Tracking-Skript „gtag.js“ wurde mit Universal Analytics eingeführt und für die Verwendung in GA4 weiterentwickelt. In GA4 ist „gtag.js“ keine reine Google Analytics-Bibliothek mehr, sondern eher ein Tagging-Framework, daher das Akronym „gtag“, welches für „Global Site Tag“ steht. Dieses Framework verfügt über eine interne API und kann daher Daten an die folgenden Google-Produkte senden:

  • Google Analytics 4
  • Google Ads
  • Kampagnen-Manager
  • Display & Video 360
  • Search Ads 360

Reporting & Attribution

Google Analytics 4 vs Universal Analytics

Universal Analytics, insbesondere Google Analytics 360 (GA360), hat einige hervorragende Standardberichte sowie auch anpassbare Berichte (mehr als 150 vordefinierte). Unternehmen wollen in der Regel mehr als das Standard-GA-Konto und implementieren daher ein GA360-Konto. Damit stehen einige sehr nützliche, anpassbare Berichte zur Verfügung, wie z. B:

1. Roll-Up Reporting

Eine Enterprise-Funktion, mit der Kunden Nutzerdaten aus zwei oder mehr Properties konsolidieren können.

2. Höheres Hit-Limit

Während GA-Standard auf 10 Millionen Hits pro Monat begrenzt ist, kann GA360 auf 20 Milliarden Hits pro Monat skaliert werden.

3. Sampling

Bei GA Standard erfolgt das Sampling bei 500.000 Sitzungen, bei GA360 erst bei ca. 100.000.000 Sitzungen.

4. Benutzerdefinierte Dimensionen und Metriken

Um Nutzerdaten sammeln zu können, die nicht per Design getrackt werden, bietet GA360 bis zu 200 benutzerdefinierte Dimensionen und 200 benutzerdefinierte Metriken. GA Standard liefert nur ein Zehntel davon.

Beide ermöglichen den Datenexport für eine umfangreichere Berichterstattung. Universal Analytics unterstützt einen CSV-Dump oder exportiert Daten über die vorhandene Reporting-API. GA360 ermöglicht auch die Übertragung von Daten an Big Query.

Über die Benutzeroberfläche von Universal Analytics können Universal Analytics-Berichte heruntergeladen und geteilt werden. Das gilt auch für GA4, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass GA4 einen moderneren Link-Sharing-Ansatz unterstützt, anstatt den Export oder das E-Mailen von Daten zu erzwingen.

Daten-Push zu Big Query

Trotz des flexiblen Datenmodells ersetzt GA4 nicht das umfangreiche Reporting, das viele Unternehmen und E-Commerce-Kunden im aktuellen Universal Analytics implementiert haben. GA4 bietet jedoch ein gutes Reporting auf Grundlage von Daten, die zur Beschreibung der User Journeys optimiert sind. Der Exploration-Report von GA4 stellt Ihre Daten in einem dynamischen Tabellenlayout dar und bietet die Möglichkeit, Ihre Datenansicht aufzuteilen, um die gesuchten Informationen zu erhalten. Darüber hinaus ermöglicht das ereignisgesteuerte Datenmodell in Kombination mit den Google Machine-Learing-Tools ausgezeichnete prädiktive Analysen.

Und doch ist Universal Analytics immer noch das Nonplusultra, wenn es um Reporting und Attributionsmodellierung geht. Dies liegt daran, dass die leistungsstarke Attributionsmodellierung von Universal Analytics in GA4 derzeit nicht vorhanden ist. Der Workaround besteht darin, Ihre GA4-Daten in Google’s Big Query zu exportieren, danach Ihren Google Data Studio Report oder ein anderes BI-Tool mit Google Big Query zu verbinden, um die Daten dort abzurufen und anschließend auszuwerten.

API-Landschaft

Google Analytics 4 vs. Universal Analytics

Die API-Landschaft für Universal Analytics ist sehr gut entwickelt. Universal Analytics verfügt über eine Reporting-API, eine Management-API und das Measurement Protocol. Für GA4 steht nur die Google Analytics Data API (Beta) zur Verfügung, die programmatischen Zugriff auf die Berichtsdaten von Google Analytics 4 (GA4) bietet.

Enterprise-Funktionen

Google Analytics 4 vs. Universal Analytics

Aus Unternehmenssicht bietet Universal Analytics einige wichtige Unternehmenskonstrukte, wie z.B. die Möglichkeit, Ansichten zu erstellen, welche Daten, basierend auf verschiedenen Personen innerhalb des Unternehmens, segmentieren sowie deren Fähigkeit, auf bestimmte Arten von Daten zuzugreifen. Außerdem gibt es das Konzept der Roll-up-Properties, bei dem Sie verschiedene Properties zusammenfassen und über einen zentralen Hub berichten können. GA4 bietet diese Funktionalität nicht.

Bounce-Rate vs. Engagement-Rate

In Universal Analytics ist einer der wichtigsten KPIs die Bounce-Rate, die das Engagement der Nutzer oder das Interesse am Seiteninhalt misst. Dieser errechnete Messwert kann jedoch auch manipuliert werden und verliert damit an Aussagekraft.

Bounce-Rate

In GA4 wurde die Bounce-Rate durch die Engagement-Rate ersetzt. Diese ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen „Engaged Sessions“ und allen Sessions. Die Engagement-Rate setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen, die Google, je nach Branche, unterschiedlich definiert:

  • Für einen Content-Publisher kann das Engagement darin bestehen, dass die Seite langsam nach unten gescrollt wird, was darauf hinweist, dass der Nutzer scrollt, um zu lesen und nicht, um die Länge des Artikels herauszufinden
  • Bei einer E-Commerce-Website kann das Engagement darin bestehen, sich Produktdetails anzusehen oder eine bestimmte Zeit auf einer Seite zu verbringen
  • Bei einer Online-Banking-App kann das Engagement die Überprüfung des Kontostandes sein
  • Bei einer Hochschul-Website kann das Engagement darin bestehen, sich ein Informationsvideo anzusehen

Im Allgemeinen umfasst „Engaged Sessions“ das Nutzerverhalten, bei dem die Nutzer

  • länger als 10 Sekunden auf der Website bleiben, oder
  • ein Conversion-Ereignis ausgelöst haben, oder
  • mehr als eine Seitenansicht / Bildschirmansicht auslösen

Der einzige kritische Punkt, bei dem Sie die Bounce Rate in GA4 vermissen werden, ist die Landing Page-Analyse. Dies liegt daran, dass eine hohe Bounce-Rate einen finanziellen Verlust bedeutet, da Sie für den erworbenen Traffic von Nutzern zahlen, die Sie konvertieren möchten

In diesem Fall können wir noch keinen Gewinner auswählen!

Nutzerbindung

Google Analytics 4 vs. Universal Analytics

GA4 befindet sich zwar noch in der Beta-Phase, in Bezug auf die Nutzerbindung steht es jedoch mit Sicherheit an der Spitze. In Universal Analytics würde ein Nutzer, der eine Marke über eine App besucht und der gleiche Nutzer, der sie über das Web besucht, doppelt gezählt.

GA4 ist die einzige Version von GA, die Nutzerbindung unterstützt und Ihnen daher ein vollständiges Bild des Nutzerverhaltens auf den verschiedenen Plattformen und Geräten liefert.

Nutzerbindung

Google Analytics 4 vs. Universal Analytics – Warum der Wechsel ein „Muss“ ist

GA4 ist vielleicht noch nicht völlig „ausgegoren“, aber selbst im Prozess der kontinuierlichen Weiterentwicklung hat es seine Stärken. Als Website- und App-Eigentümer bietet GA4 Ihnen Funktionen, die Sie lieben werden: Sie können damit starten, Ihre Nutzer auf eine viel differenziertere Weise zu erfassen und zu verstehen. Sie können jetzt auf Nutzerdaten zugreifen, die nicht mehr in App und Web getrennt sind und Sie können Ihre Metriken sind anpassen. Die Machine-Learning-Tools von Google stehen bereit und können von Ihnen implementiert werden.

Obwohl Marketingteams wahrscheinlich lieber mit den vertrauten Berichten arbeiten würden, werden ab dem 1. Juli 2023 die Standard-Universal Analytics-Properties keine neuen Hits mehr verarbeiten. Da die Nutzer ein ausgefeilteres und offeneres Datenmodell anwenden müssen, ist die GA4-Implementierung sehr zeitaufwendig und erfordert zudem eine solide Integrationsplanung. Unser nächster Artikel geht auf die wichtigsten Überlegungen ein, die Marketing-Teams berücksichtigen müssen.

Wir von e-CENS wissen um die Herausforderungen, denen sich die Nutzer bei der Implementierung von Google Analytics-Lösungen stellen müssen. e-CENS ist ein international anerkanntes Team von Datenwissenschaftlern, Analytikern, Technologen und Strategen. Als Google Marketing Plattform-Vertriebspartner unterstützt e-CENS Kunden mit fortschrittlichen Analysen, um umsetzbare Erkenntnisse über ihr Kundenverhalten und ihre Geschäftsaussichten zu gewinnen. Um mehr zu erfahren, kontaktieren Sie uns.

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Holger Tempel

Holger Tempel

Holger ist seit Anfang 2005 einer der ersten Google Analytics Partner weltweit. Holger gilt als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der digitalen Analyse und ist ein renommierter Trainer, der komplexe Ideen in reale Praxisbeispiele mit verwertbaren Erkenntnissen umsetzen kann.

Sabrina

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